Osteopathie

Osteopathie

Die Geschichte

Geprägt wurde der Begriff von dem amerikanischen Arzt Dr. A. T. Still. Er entwickelte ein Konzept, dass den Körper ganzheitlich als Einheit betrachtet. Behandlung und Befundung geschieht nach einem ausführlichen Gespräch über die Entstehungsgeschichte fast ausschließlich durch die Hände des Behandlers. Voraussetzung ist ein breitgefächertes Wissen über die Anatomie und Funktionsweise des Körpers, da sich eine osteopathische Behandlung nicht nur auf den behandelten Bereich auswirkt. Zudem kann auch präventiv behandelt werden, anders als in der Schulmedizin, die überwiegend bereits bestehende Störungen behandelt.

Dr. Andrew Tyler Still (1828 – 1917)

Die 4 Säulen der Osteopathie

1. Die Bedeutung von Funktion und Struktur

„Die Funktion bildet das Organ“. Das Zitat von Charles Darwin bedeutet, dass unser Organismus sich auf unsere Lebensumstände anpassen kann. Beispielsweise durch regelmäßigen Sport werden sich Muskeln, Herz-Kreislaufsystem und Knochen dieser Belastung mit Größenzunahme der Muskulatur, verbesserter Durchblutung und mehr Stabilität anpassen. Im Gegenzug werden sich bei längerer Inaktivität diese gewonnenen Eigenschaften wieder zurückbilden. Nach diesem Prinzip passen sich alle Gewebe entsprechend Ihrer Beanspruchung an.

Regelmäßiger Sport ist gesund
2. Die Selbstheilungskräfte des Körpers

Sie sind wichtig für unser Überleben, da unser Körper ständig inneren und äußeren Reizen ausgesetzt ist, die er miteinander in Einklang bringen muss um korrekt zu funktionieren. Man denke als Beispiele an die Blutgerinnung, an das Zusammenwachsen eines Knochenbruchs oder die Genesungen von Erkältungen. So ist unser Immunsystem ständig aktiv um Krankheiten erst gar nicht aufkommen zu lassen. Ist unser Körper überfordert, weil zu viel auf ihn einwirkt, werden wir uns erst „krank“ fühlen.

Selbstheilungskraft
3. Der Mensch als untrennbare Einheit

„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Archimedes Für unsere Gesundheit und Wohlbefinden ist ein ungestörtes Funktionieren aller Körpersysteme Voraussetzung. Ist ein System beeinträchtigt wird sich das, früher oder später, auf alle restlichen Körpersystem auswirken. Ähnlich einer Maschine: Ist ein Zahnrad blockiert überträgt sich diese Einschränkung auf die anderen Zahnräder und letztendlich auf die Funktion der ganzen Maschine.

Der Körper funktioniert als Einheit
4. Die Bedeutung der Gefäß- und Nervensysteme

Damit unser Körper funktioniert, muss der Körper ständig über das Blut mit Hormonen und anderen lebenswichtigen Stoffen versorgt werden. Ist dies nicht gewährleistet, wird das betroffene Gebiet mit der Zeit erkranken. Auch fallen in unserem Organismus Stoffwechselprodukte an, die vom Gefäßsystem „entsorgt“ werden müssen. Erhöhte Spannungen in Muskeln oder Faszien, sowie Bewegungseinschränkungen können diesen natürlichen „Körperfluss“ stören.

Das Gefäß- und Nervensystem